In der Zeit der wirtschaftlichen Prosperität

Mit der wirtschaftlichen Prosperität, die man damals als 'Wirtschaftwunder' propagierte, verschwand auch die Nachkriegsnot. Die Arbeit der AWO erschien nicht mehr so notwendig. Die örtliche AWO war nicht mehr gefragt und die Mitgliederzahl schrumpfte beträchtlich. Der Verein bestand zwar noch weiter fort. Er unterstützte auch weiterhin einkommensschwache Familien und Bezieher von Kleinstrenten bei gesundheitlich notwendigen Erholungsmaßnahmen. Doch sind aus den 60-er bis Anfang der 70-er Jahre keine sonstigen herausragenden Aktivitäten überliefert.

Zu der Schicksalsgemeinschaft der Kriegs- und Nachkriegs-Aufbaugeneration traten Jüngere hinzu, die in den 60-er Jahren die politische Auflehnung der studierenden Jugend erlebten. Anfang der 70-er Jahre erschütterte dann die erste tiefere Wirtschaftskrise auch unsere Region. Fabriken gingen in Konkurs oder wurden wegen Unrentabilität geschlossen. Man besann sich in dieser Situation wieder auf die Kraft der  AWO, den sozialen Selbsthilfearm der Arbeiterbewegung. Die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften erreichten Höchststände und auch die Arbeiterwohlfahrt am Ort hatte nun mehr als 300 Mitglieder, so viele, wie nie zuvor.