Wiedergründung 1946

Nach dem Zusammenbruch der Nazi-Herrschaft 1945 war in den französischen Besatzungszonen die Bildung von Arbeiterorganisationen zunächst untersagt. Aber schon 1946 konnte die Arbeiterwohlfahrt in Mörfelden wieder und jetzt auch in Walldorf erstmals Mitglieder verzeichnen. Auf Kreisebene gab es Ende 1946 bereits 4.800 AWO-Mitglieder. Es gab damals - ähnlich wie nach dem ersten Weltkrieg, viel Arbeitslosigkeit, Soldatenwitwen und -waisen waren noch unversorgt, Heimkehrer waren oft krank, arbeitsunfähig oder arbeitslos, Flüchtlinge mussten untergebracht und mit Hausrat versorgt werden. Wieder waren die Helfer der AWO gefragte Leute.

In den Annalen des ehemals selbstständigen Walldorfer AWO-Ortsvereins befindet sich ein gedrucktes Flugblatt mit dem Datum Mai 1947. Darin sind die Mitgliedszahlen und die Leistungen des Ortsvereins aufgeführt: Danach hatte der AWO-Ortsverein Walldorf damals bereits 305 Mitglieder. Durch die Beiträge und die Spendensammlungen konnten bis dahin bedeutende Hilfen an Bedürftige geleistet werden:

  • In 162 Fällen Geldbeihilfen in Höhe von 6.225.- RM (Reichsmark) - das war damals sehr, sehr viel Geld!
  • Lebensmittelzuwendungen und Sachspenden in 140 Notfällen.
  • Für 550.- RM wurden Betten für minder bemittelte Flüchtlinge beschafft.
  • Zu Weihnachten wurde für 150 Kriegs-Waisenkinder und Kinder, deren Väter noch nicht aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, eine Weihnachtsfeier mit Bescherung veranstaltet.
  • Daneben wurden viele Beratungen in sozialversicherungsrechtlichen Fragen geleistet und berechtigte Ansprüche durchgesetzt.
  • Der Ortsverein rief damals auf, Kleider, Schuhe, Betten, Bettwäsche und Hausrat aller Art zu spenden. Das Flugblatt endet mit der Bitte: "Spenden Sie gerne und reichlich Geld und Sachspenden, denn:

Tat bricht Not!