Die goldenen 20er???

Goldene Zwanziger Jahre sollen es gewesen sein. Doch von 'Golden' war in den Gemeinden Mörfelden und auch in Walldorf wenig zu spüren. Im Gegenteil: Mörfelden galt als eine arme Arbeitergemeinde, in der es an Vielem fehlte. Mörfelden zählte damals rund 4.000 Einwohner.

In der Mitte des Jahrzehnts waren in der sog. Wohlfahrtskartei bis zu 90 Klein-, Sozial- und Invalidenrentner vermerkt. Man muss dazu immer deren (zum großen Teil vielköpfigen) Familien rechnen.

Die Not traf allerdings nicht alle gleich hart. Viele hatten in der Bauwirtschaft und deren Zulieferbetrieben Arbeit und Brot gefunden. Doch die Bauwirtschaft war höchst konjunkturanfällig. Wenn den Frankfurter Bauherren das Geld ausging, wenn die Steuern, Abgaben und Zinsen hochgeschraubt wurden, spürten das immer zuerst die Bauarbeiter, die Baumaterialienhersteller und das Baumaterialien-Transportgewerbe. Flauten in der Bauwirtschaft trafen die Gemeinde und ihre Bürger stets besonders hart.

Einige konnten einen Teil des kargen Lebensunterhalts aus der eigenen Nebenerwerbslandwirtschaft bestreiten.